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Würden Sie eine Radtour mit einem platten Reifen antreten oder ohne Benzin auf die Autobahn einbiegen? Sicherlich nicht. Darum sollten Sie sich bei der Wahl des richtigen Brokers Zeit nehmen und prüfen, ob dies der richtige Partner für das erfolgreiche Trading sein kann. Der Grundstein für Ihren Börsenerfolg: Die richtige Brokerwahl.

Grundlagen und Wissenswertes zum Thema Brokerage

  • Warum ist die richtige Brokerwahl so wichtig?

Neben einem PC und Ihrer Internetanbindung ist der Broker Ihr wichtigstes Arbeitswerkzeug. Daher sollten Sie auf höchste Qualität und eine gesunde Kostenstruktur achten. Ihr Trading kann noch so gut sein, ein schlechter und unzuverlässiger Broker kann Gewinne erschweren und Verluste unnötig ausweiten.

  • Was ist ein Broker?

Ein Broker stellt Finanzinstrumente für den Handel von Wertpapieren oder börsengehandelten Basiswerten zur Verfügung oder handelt diese selbst. Im Gegensatz zum Trader agiert der Broker auf fremde Rechnung, also im Auftrag eines Traders und ermöglicht so den Zugang zu verschiedensten Märkten. Es gibt eine große Auswahl an Brokern, die sich nach Art und Qualität deutlich unterscheiden.

  • Arten von Brokern

In Bezug auf die verschiedenen Broker-Arten tauchen viele Fachbegriffe wie ECN, STP, NDD, IB oder Market Maker auf. Diese beschreiben in der Regel die Art der Orderausführung oder der Absicherung. Auf die Qualität des Brokers für die einzelnen Bedürfnisse des Traders hat die Art des Brokers jedoch keinen unbedingten Einfluss. Während ein Market Maker im Goldpreis durchaus vorteilhaft für die Orderausführung in einem volatilen Markt sein kann, ist dieser im Währungshandel vielleicht nachteilig – lassen Sie sich von diesen Begrifflichkeiten also nicht verwirren und machen Sie die Qualität eines Brokers an Tatsachen fest.

  • Gehebelt oder ungehebelt?

Die persönliche Kontogröße limitiert die Auswahl der Handelsinstrumente. Für ungehebelte Investitionen wie zum Beispiel Aktien- oder Anleihekäufe sind Depotgrößen von >30.000 €, besser 50.000 €, notwendig da ansonsten Erträge und Kosten (Full-Turn) in keinem langfristig günstigen Verhältnis stehen. Kleine Konten ab 500 € müssen daher mit Hebelprodukten gehandelt werden – Konten <500€ machen i.d.R. keinen Sinn für das Trading.

  • Auswahl des richtigen Handelsinstruments

Im Bereich Trading gibt es eine Vielzahl an möglichen Handelsinstrumenten. In Form einer Vergleichsmatrix blicken wir auf die Vor- und Nachteile dieser Produkte und geben ein Fazit.

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Vergleichsmatrix der Handelsinstrumente

CFD´s eignen sich für Anfänger und Fortgeschrittene am besten. Zudem kann der Handel im Future sehr gut vorbereitet und trainiert werden. Terminkontrakte eignen sich für professionelle Händler mit größeren Depots und stellen die Königsklasse aller Handelsinstrumente dar. Grundlagen und Funktionsweise von CFD´s.

  • Braucht jeder Trader einen Broker?

Ja. Um Finanzprodukte handeln zu können benötigt jeder Trader einen Broker, da Privatpersonen keine direkten Börsengeschäfte abschließen dürfen.

  • Hinter den Kulissen – womit verdienen Broker Geld?

Grundlegend gibt es zwei Sorten von Brokern aber für alle gilt: Broker sind keine sozialen oder caritativen Einrichtungen. Sinn und Zweck eines Brokers ist es, Geld zu verdienen und den Gewinn, wie in allen wirtschaftlichen Unternehmen, zu maximieren. Wo dieses Geld herkommt sollte allen Tradern klar sein: von uns. Zum einen gibt es Broker, die an den fortlaufenden Geschäften der Kunden verdienen, beispielsweise durch Spreads (Differenz zwischen An- und Verkaufspreis) oder Kommissionen – das ist normal und durchaus legitim. Der Broker hat durchaus Interesse am langfristigen Dasein des Traders und versucht daher faire Konditionen anzubieten. Zum anderen gibt es jedoch auch Broker, die kein langfristiges Interesse an den Kunden haben und nur auf die Erst- oder Folgeeinzahlung dessen spekulieren. Da es private Trader sowieso schwer haben langfristig am Markt zu bestehen kann sich auch dieses Geschäft deutlich lohnen.

  • Lockmittelverzicht

In den letzten Jahren schießen neue Broker nur so aus dem Boden und die Angebotsvielfalt wird bunter. Zudem wird durch optisch ansprechende Plattformen versucht, das Trading einfach und kinderleicht darzustellen. Da dem nicht so ist, sollte man hier sensibel prüfen, was hinter der blickenden Fassade noch übrig bleibt. Neukunden werden mit Prämien und Nachlässen geworben – jeder normaldenkende Mensch sollte sich jedoch fragen, wo diese Gelder herkommen und warum ein Broker Geld zu verschenken hat…

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  • Analyse- und Trading-Software: „Das blinkt so schön bunt…“

Nehmen Sie Abstand von den Trading-Plattformen der Broker. Diese beinhalten jede Menge überflüssige und verwirrende Funktionen. Zudem wird der Trader hier zum Teil getäuscht. So ändern manche Broker einfach die Skalierung der Chart-Darstellung, wenn in den Märkten Nichts los ist um dem Kunden so große Trendbewegungen zu suggerieren. Nutzen Sie den klassischen MetaTrader4 (MT4) – robust und einfach beinhaltet dieser alle notwendigen Tools, ist persönlich konfigurierbar und Sie können sich auf das Wesentliche, nämlich das Trading, konzentrieren. Übrigens ist die „Weiterentwicklung“ MetaTrader5 im Großen und Ganzen nur ein Werbekonstrukt – Neuerungen bietet diese Software kaum und wir raten weiterhin zum vielfach erprobten Klassiker.

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  • Ohne Moos nix los: Diversifikation bei der Brokerwahl

Um den Jahreswechsel 2013/2014 kam ein namhafter US-Futures-Broker ins Straucheln und die Kunden waren über Wochen handlungsunfähig weil ein Datenlieferant Probleme machte. Da unser Kapital Arbeitsgrundlage für das Trading ist sollten wir dieses, nach Möglichkeit, auf mindestens zwei Broker verteilen. Hat einer technische oder finanzielle Schwierigkeiten, auch das kam zuletzt vor, können Sie dennoch mit ihrem Geld arbeiten – Redundanz ist hier das Zauberwort.

  • Konsequenz: Kündigung, Auszahlung, Wechsel und Bewertung

Streikt die Elektronik bei Ihrem Neuwagen bringen Sie ihn zurück zum Händler – macht Ihr Broker Probleme sollten Sie diese angehen. Weisen Sie den Kundenservice zunächst darauf hin und suchen die den Dialog, sind Sie jedoch nicht zufrieden ziehen Sie die Konsequenzen: Kündigung und Auszahlung des Kapitals.

  • RISIKO bei CFD- und FOREX-Geschäften

CFD- und FOREX-Geschäfte beinhalten erhebliche Risiken und sind als hochspekulative Geschäfte anzusehen, die in Extremfällen Risiken bergen, die über den Totalverlust des eingesetzten Kapitals hinausgehen können. CFD- und FOREX-Geschäfte können aufgrund ihrer Hebelwirkung durch wirtschaftliche und politische Entwicklungen erhöhten Risiken unterliegen. Beim Einsatz dieser Instrumente  muss man bewusst sehr hohe Risiken und sehr starke Ertrags-, Kurs-, Währungs- und Kontoschwankungen in Kauf nehmen, um langfristig die Chance auf ein sehr hohes Kapitalwachstum zu erhalten.

  • RISIKO bei Handelssystemen

Durch den Einsatz von automatischen Handelssystemen können eine Vielzahl von Handelsgeschäften in kurzer Zeit ausgeführt werden. Hierdurch können sich große gehebelte Positionen im Handelsbestand aufbauen, die erst mittelfristig abgebaut werden. Gerade bei automatischen Handelssystemen kann somit mit diesen Positionen über diese Zeit ein hoher Buchverlust (Drawdown) entstehen, der zu einem erheblichen Verlust führen und auch über den Totalverlust des eingesetzten Kapitals hinausgehen kann. Handelssysteme verwenden bei Handelsgeschäften teilweise nur Market-Orders und keine Stop- bzw. Limit-Orders. Es bestehen Risiken, dass durch technische Probleme (z.B. Internetausfall, Hard- und Softwareprobleme, Fehler im Handelssystem, Ausfall Brokeranbindung zu Order- und Kurssystem) Handelsverluste entstehen. Die gleichen Handelssysteme können bei unterschiedlichen Brokern zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Positive Ergebnisse von Handelsstrategien in der Vergangenheit sind kein Indikator für künftige Gewinne.